Leipziger Volkszeitung, 02.06.2001
Leipzig sieht an diesem Pfingst-Wochenende wieder schwarz. Inzwischen wundern sich aber nur noch wenige Messestädter über die Familie der Schwarzgewandeten, die in diesen Tagen die Straßen und Plätze der Stadt bevölkert. Denn das Wave Gotik Treffen zieht bereits im zehnten Jahr Gruftis aus der ganzen Welt an die Pleiße – das größte und berühmteste Festival seiner Art.
Bereits am Donnerstag reisten die ersten Gotik-Freaks an und schlugen ihre Zelte auf dem Campingplatz auf dem agra-Messegelände auf. Die Veranstalter In Move erwarten in diesem Jahr rund 18 000 Besucher zum “Schwarzem Pfingsten” in Leipzig. Vier Tage lang feiern die Anhänger der Szene ihr Familienfest. Dabei stehen nicht nur so sehr die Konzerte der 150 auftretenden Bands im Vordergrund, sonder vielmehr die Treffen alter Bekannter und Freunde – feiern, erzählen und Spaß haben im Kreise Gleichgesinnter.
Trotzdem hat das Musik-Programm des Wave Gotik Treffens einige Höhepunkte zu bieten. Neben Auftritten bekannter Szenegrößen wie Joachim Witt, Laibach, Camouflage, London after Midnight oder Front 242 bietet das Festival auch Konzerte weniger bekannter Bands. Das Besondere: Viele Musiker haben eigens für das Treffen eine Bühnenshow konzipiert. Die Veranstaltungsorte könnten dabei nicht passender sein: Neofolk auf der Parkbühne, Electro-Rhytmen im Werk II, romantische Klänge in der Krypta des Völkerschlachtdenkmals oder mittelalterliche Instrumente in der Lutherkirche.
Dazu gibt’s ein auf die Szene zugeschnittenes Rahmenprogramm. Im Schillerpark tummeln sich Gaukler, Händler und Spielleute auf einem Mittelaltermarkt. Schaurige und lustige Geschichten erzählen die Wortkünstler Christian von Aster, Norman Liebold und Oliver Martin Gigneth-Dahm in der Moritzbastei. Im Torhaus Dölitz wird ein heidnisches Dorf errichtet. Das Kino Cinestar im Petersbogen zeigt beim “Dark Screening” bekannte Kultfilme. Und wem die Nacht noch immer nicht lang genug ist, der kann auf einer der Partys im Dark Flower, in der Villa oder der agra-Messehalle bis in die frühen Morgenstunden zu den Rhythmen tanzen, die berühmte Szene-DJs auf die Plattenteller legen.
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[Norman Liebold,
06.06.2001 |
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