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PRESSESPIEGEL NORMAN LIEBOLD

ÜBERSICHT | CHRONLOGISCH

2003

Am liebsten liest er die schöne Sprache vor

Von Norman Liebold geschrieben am: 19.12.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Rundschau, 19.12.2003

Am liebsten liest er die schöne Sprache vor

Norman Liebold ist Autor, Schauspieler, Intendant und Regisseur gleichermaßen

Bildunterschrift: Schauspieler, Regisseur, Autor und Intendant ist Norman Liebold (rechts), der mit Martin Herweg und Vera Walterscheid das Ensemble des

von ADELE W. WISCHNER
Er schreibt grundsätzlich nur über Sachen, “die ich glaube, verstanden zu haben”, betont der Siegburger Norman Liebold. Der 26-jährige Autor, Schauspieler, Intendant und Regisseur des Amator Veritas Theaters schöpfte die Ideen für seine bisher sieben Bücher aus der Auseinandersetzung mit dem selbst erlebten.

[Zum Rest des Beitrages! »]



[Norman Liebold, 19.12.2003
Presseartikel
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Tagestipp: Absurdistan

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.10.2003 unter Presseartikel

Schnüss Oktober 2003

Tagestipp: Absurdistan

Mit Vera Walterscheid und Martin Herweg

Der Schriftsteller Norman Liebold, mit seinen bisher acht Veröffentlichungen und den deutschlandweiten Auftritten des von ihm begründeten Amator Veritas Theaters eher mit Märchen, Fabeln und phantastsichen Romanen assoziert, präsentiert die erste Staffel seines neuen Theater-Zyklus’ “Absurdistan”. Drei bitterböse Satiren des alltäglichen Wahnsinns. Der Priester wird von der Mutter Gottes überredet, das Zölibat hinzuwerfen; ein Greis im Altenheim muß feststellen, daß er kein zwanzigjähriger Student ist; und der Soldat steht plötzlich im Schützengraben seinem Feind gegenüber. (info: www.nahtegal.de)



[Norman Liebold, 14.10.2003
Presseartikel
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Prinzessin am Bach gesucht

Von Norman Liebold geschrieben am: 30.09.2003 unter Presseartikel

HNA Hofgeismarer Allgemeine, 30.09.2003

Prinzessin am Bach gesucht

Teilnehmer lobten Ambiente beim Fantasy-Festival im Wasserschloß Wülmersen

WÜLMERSEN. Trafen sich die Teilnehmer des ersten Fantasy-Festivals der Region vor einem Jahr noch in der nüchternen Umgebung der Stadthalle, so konnte das zweite Festival mit dem Wasserschloß Wülmersen ein passenderes Ambiente bieten. Innerhalb des alten Gemäusers tummelten sich mittelalterlich gekleidete Figuren, Spielleute und Marketender, fantastische Gestalten mit sptzen Ohren sowie ganz gewöhnliche gekleidete Besucher.
Auch das Angebot hat sich gegenüber der Vorjahresveranstaltung gewaltig ausgeweitet. Kleinere Aktionen wie Brettspiele, Table Top wurden ebenso angeboten. Es gab aber auch Live Action Role Playing oder Vorlesungen von Autoren, Theater, einen Kellerraum mit Pyrotechnik, Ausstellungen und mittelalterlichem Markt mit Stuhlflechter, Drechsler oder Kostümierung und Gewandung.
Insgesamt hofften die Initiatoren, durch dieses umfangreichere Angebot eine große Zielgruppe zu erreichen. Organisiert wurde das Spektakel in erster Linie von Yvo-René Scharf, der seit etwa einem Jahr mit den Vorbereitungen für das Festival beschäftigt war. “Es war ein Haufen Arbeit, alles auf die Beine zu stellen”, bemerkte der Fantasy-Begeisterte, der mit weiteren Partnern zusammen arbeite.
Recht unterschiedlich wurden das Angebot von den Besuchern angenommen. Die einen genossen sichtlich das ungewohnte Flair, andere äußerten verhalten Kritik.
Für Grundschulkinder bestand außerdem die Möglichkeit, mit Armin und Heike von Beo mit der Volkshochschule des Landkreises auf die Suche nach einer verschwundenen Prinzessin zu gehen.
Völlig selbstvergessen suchte die Kinder am und im Bach nach der verzauberten Prinzessin, aus der ein Bachwesen geworden war. Die Kinder schlüpften selbst in die Rolle von Bachgrafen und mussten zahlreiche Aufgaben bestehen, um die Königstochter zu erlösen. Nebenbei lernten sie viel über fließende Gewässer und deren Lebewesen.
Viel Spaß hatte auch Danny Schlimme aus Calden und Alexander Friedrich aus Kaufungen. Mit überdeminsional großen Wattestäbchen, gefährlich anmutenden großen Waffen, trugen sie spielerisch einen Zweikampf aus.
Bemängelt wurde die Bewirtung ín ihrer Authentitzität: Eine Schänke sei doch passender als ein Bierpilz aus Aluminium. (ZKS)

Bildunterschrift: Premiere: Autor Norman Liebold stellte mit Illustratorin Vera Walterscheid sein neuestes Buch vor. FOTO: ZKS



[Norman Liebold, 30.09.2003
Presseartikel
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Interview mit dem Autor Norman Liebold

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.08.2003 unter Presseartikel

www.elendil.de – Fantasy-Forum, August 2003
link orginalseite

Interview mit dem Autor Norman Liebold

von Yvo Rene Scharf

Elendil: Wie heißen Sie und wie sind Sie zum schreiben gekommen?
Liebold: Mit meinem Namen ist das so eine Sache: Ursprünglich sollte mein älterer Bruder bereits “Normann” heißen, aber zu der Zeit war dieser Name nicht auf der vom Zentralkomitee der SED genehmigten Namensliste. Also wurde mein Bruder “Andreas” genannt. Als ich 1976 geboren wurde, sind die Liste endlich abgeschafft worden, und ich konnte endlich “Normann” heißen. Aber dem Amt unterlief ein Schreibfehler, und also werde ich “Norman” geschrieben und englisch ausgesprochen, obwohl der Name aus dem norwegischen kommt und soviel wie “Der Liebhaber des Nordlichts” heißt… (wie man sieht, kann man viele Worte um eine kleine Frage machen, ich glaube, mein Name wird über dem Interview stehen, oder?)
Meine Eltern erzählen, gefragt, gerne, daß ich als Kind nicht nur einen unstillbaren Hunger auf Geschichten hatte, sondern am laufenden Band welche erfand. Und daß es schwer gewesen sei, sie von Berichtetem zu unterscheiden, selbst wenn da irgendwelche Fabelwesen drin herumhüpften. Daß ich begann, die Geschichten aufzuschreiben, lag an meinem jetzigen Compagnon Jens Finkhäuser, der, als ich die Einfallslosigkeit seiner geliebten Fantasy-Romane bekritelte (ich hatte mich durch seine Bibliothek gefressen), meinte, ich solle es doch besser machen. Das war 1991 oder 1992. Jens zerriß seitdem über zehn Jahre hinweg meine Ergüsse in der Luft, während sich auf der anderen Seite eine kleine Fangemeinde um mich herum versammelte. 1996, in der 11. Klasse, gab ich dann mein erstes “Buch” heraus, eine 100-Seiten Broschüre mit Horror-Grotesken (natürlich von Jens zu recht belacht). Es folgten etliche weitere Broschüren, 1998 dann richtige Bücher und die Fangemeinde wuchs. Und Anfang 2
02 kam dann Jens und meinte, meine Sachen seien ja richtig gut geworden, wollten wir nicht gemeinsam einen eigenen Verlag gründen, wo ich mich doch immer aufrege, was die Verlage mit den Büchern anstellen…

Elendil: Seid wann schreiben Sie schon?
Liebold: Siehe oben. Wenn man Kindergekritzel wegläßt und einfach den Zeitpunkt nimmt, wo ich im Bewußtsein “literarischer Produktion” die Feder auf das Papier setzte, irgendwann Anfang 1992.

Elendil: Wussten Sie als Kind schon dass Sie einmal Autor werden wollen?
Liebold: Geschichtenerzähler, klar. Ich liebe es, Geschichten zu erzählen und zu sehen, wie man leuchtende Augen bekommt… ich wollte wohl den Effekt bei anderen erzielen, den mein Bruder mit seinen Geschichten bei mir mit tödlicher Sicherheit hervorrief. Ich sehe mich auch heute eher als Geschichtenerzähler als als Autor. Schreiben ist letztlich nur sich selber diktieren.

Elendil: Sie haben ja nun mittlerweile einige Bücher herausgebracht, fühlt man sich da schon als anerkannter Buchautor und vielleicht sogar als Star?
Liebold: Anerkannter Buchautor… mh. Denke schon. Mit “Krähe und Nachtigall”, das ich auf Ihrem Festival vorstellen werde, ist es das sechste oder siebte Buch im eigenen Verlagshaus. Die davor zähle ich nicht mehr. Bei uns sehen sie wenigstens nach was aus. Star? Kaum. Komische Vorstellung. Ich will, daß die Leute von meinen Geschichten verzaubert werden, nicht von mir. Hier und da will ein Veranstalter mich so verkaufen. “Multigenie” und so’n Kram, von wegen Zeichner, Schauspieler, Schriftsteller, Künstler blahblah. Kann nicht sagen, daß ich das mag. Nach den Vorstellungen kommen manchmal ein paar “Mutige” und sprechen uns an, und dann sitzen wir alle zusammen und da gibts keine Unterschiede. Sterne sind schön, fühle mich als Mensch aber besser.

Elendil: Wie viele Lesungen haben Sie schon gehalten?
Liebold: Oh, ich weiß es nicht. Für meine Webpage (nahtegal.de) habe ich letztens versucht, alle zusammen zu bekommen, aber von den meisten habe ich keine Nachweise mehr. Mußte anhand von Quittungen und Internet-Historien nachkramen und bin auf was um die 100 gekommen. Aber da fehlt mindestens die Hälfte.

Elendil: Wie sieht es mit aktuellen Projekten und Lesungen aus?
Liebold: Dieses Jahr haben wir nur noch wenige Lesungen, bzw. Theatervorstellungen. Im Monat etwa zwei. Ich arbeite im Moment an einigen Sachen parallel und habe wenig Zeit. Nächstes Jahr sind wir wieder voll da, also mit drei bis vier Vorstellungen im Monat. Jetzt gerade gebe ich “Krähe und Nachtigall” den letzten Schliff, geht Montag in die Druckerei. Vera Walterscheid hat einen schönen Illustrationszyklus dafür gemacht, und die Bilder müssen druckreif gearbeitet werden. Im Oktober kommt dann “Bardenträume” heraus, das sind drei ältere (1999 und 2000) Nahtegal-Romane, die den “Nahtegal-Zyklus” vervollständigen und noch korrekturgelesen werden müssen. Dann, November, die “Gesammelten Dramen” auf Wunsch in kleiner Auflage für die Liebhaber unserer Vorstellungen. Ansonsten ist ein neuer Roman in Arbeit. Arbeitstitel “Zeitenquell”. Ein Versuch, ein ganz klein wenig mainstreamig zu arbeiten. Eine Geschichte, die heute spielt und den Zauber der Welt gegen ihre Tristess ausspielt. Mit ziemlich viel Gesellschaftskritik und Abenteuer. Sieht wie eine Mischung aus märchenhaftem Iniana Jones, 1984 und Herrn der Ringe aus…;-) Anfang nächsten Jahres wird er, denke ich, fertig sein. Nebenbei entstehen eine neue Reihe von Märchen, eingebunden in eine Rahmenhandlung (so etwa “Wirtshaus im Spessart” von Hauff) und das “Poeticon”, worüber ich aber nicht mehr veraten will, als daß es ein Liederzyklus für eine Mittelalterband wird und sich um das Bardentum und Sinn und Zweck des Schreibens dreht. Es wird online bei nahtegal.de stehen.



[Norman Liebold, 14.08.2003
Presseartikel
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Amüsanter Nonsens

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.06.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Anzeiger, Juni 2003

Amüsanter Nonsens

Liebesgeschichten und Überlebenstipps der etwas anderen Art
Wenn Denken nichts mehr hilft, gehen Norman Liebold und Daniel Schuldt zum “Lauschangriff” über.

von Britta Gürke

Liedermacher Daniel Schuldt (links) und Dichter Norman Liebold unterhielten mit ganz unterschiedlichen Texten. BILD: BRITTA GÜRKE

Siegburg – Die Spinne Erich hat sich in Julia verliebt. Und die Umworbene ist dem Verehrer nicht abgeneigt, wohnt sie doch gleich neben ihm im selben Waschsalon, unter dem Trockner. Doch ein unüberwindbares Problem steht zwischen den beiden. Julia ist nämlich eine Assel, und ihre Eltern wollen sie natürlich unbedingt mit einem Asselmann verheiraten. Aber die Liebe siegt, Erich findet Julia und das ungleiche Paar ist glücklich vereint. Im CVJM-Kulturcafé gingen Norman Liebold und Daniel Schuldt zum “Lauschangriff” über. In Kampfstimmung versetzt, sparten die beiden nicht mit Liebesgeschichten, Selbstfindungsratschlägen und Tipps zum Überleben in der “modernen Gesellschaft”.
Schließlich waren das die Themen, unter die Liebold und Schuldt ihre erste gemeinsame Lesung gestellt hatten. Auf völlig unterschiedliche Weise näherten sie sich diesen an, improvisierten und experimentierten. “Wir denken ähnlich, drücken uns unsere Gedanken auf völlig unterschiedliche Weise aus”; so Schuldt und Liebold, die seit Jahren befreundet sind.
Mit rythmischen, manchmal schrägen Gitarrenklängen unterlegte Liedermacher Schuldt seinen amüsanten Nonsens oder die witzigen kleinen Alltagsgeschichten wie die Spinnenromanze. Dazu legte er ein lockeres Lächeln auf und ließ das Publikum etscheiden, ob gelacht oder nachgedacht werden sollte. Viel sinnierte Schuldt über das menschliche Zusammenleben. Zwischenzeitlich kam er aber auf seine Überzeugung zurück, dass “Denken nicht schlauer” mache. Wer Logik und Vernunft anwende, habe nämlich die Hände vorm Gesicht und sehe die Welt nicht, fasste er kompakt zusammen.
Liebold überbrachte unterdessen seine Botschaft etwas mytisch-geheimnisvoller in einer frei erzählten Geschichte über den Untergang seines “Denkers”, der eine geheimnisvolle Sphinx beherrscher will. Aufgelockert wurde der Abend durch musikalische Einlagen, die Schuldt auf der Gitarre und Liebold auf verschiedenen Flöten auch gemeinsam bestritten.

Bildunterschrift: Liedermacher Daniel Schuldt (links) und Dichter Norman Liebold unterhielten mit ganz unterschiedlichen Texten. BILD: BRITTA GÜRKE




[Norman Liebold, 14.06.2003
Presseartikel
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Amator Veritas

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.06.2003 unter Presseartikel

abyss:abgrund sonderausgabe WGT XII. (Juni 2003)

Amator Veritas

Abyss-Redation

amator veritas ensemble

Authentizität, Wesentlichkeit, Tiefe, Anspruch – all das erscheint bei ernsthafter Kunst notwendige Zutat, doch das Amator Veritas Theater will mehr: die ursprünglichste Motivation des Schauspiels nicht verlieren, die Unterhaltung. Die dem Amator Veritas Verlag angehörige Theatergruppe beweist seit mehreren Jahren erfolgreich, dass diese Anforderungen umsetzbar sind. Seine Einzigartigkeit erlangen Theater und Verlag durch ihre Nähe zum Schöpfer der dargebotenen Werke – Norman Liebold selbst schreibt, ist Intendant, führt auf, zeichnet und ist Teilhaber des Verlags.
Dieses Jahr tritt das Trio um Liebold zum Dritten Mal in der Zwölfjährigen Historie des WGT auf – passenderweise mit gleich drei Aufführungen. Mit Vera Walterscheid und Martin Herweg wird in epischer Weise die tragische Liebe Kuno Ohnelands zu der vom dunklen Magier verfluchten Katharina dargestellt. (aus Märenborn). In der zweiten Vorstellung schlüpft der Autor selbst in die Rolle des suiziden Dämons, der, da er sich nicht selbst töten kann, sich mit seiner Erzählung zu lynchen lassen versucht, um so seinen brandneuen Roman Incubus auf dem Pfingsttreffen uraufzuführen. Zuletzt beleuchtet das Theater die alltäglichen Beziehungskisten durch die Blume der Symbolik – Wölfe, Rosen, Monde und Fische tummeln sich in den Geschichten, um dem Publikum den augenzwinkernden Blick auf das eigene Leben zu ermöglichen (aus Der Minnesänger-Komplex). Alle Werke können nach den Vorstellungen vom Autor signiert werden lassen – der Incubus anlässlich des 12. WGT in handgebundener, limitierter Sonderausgabe. Natürlich sind diese und andere Werke auch beziehbar über ww.amator-veritas.de.
Veranstaltungen im Cinestar: Fr. 15:10 – 16 Kuno Ohneland 18 – 18:50 Incubus Buchpremiere Sa. 19:50 bis 20:40 Der Minnesänger-Komplex Buchvorstellung

Incubus (Ausschnitt)
“Hent’ör mußte ihn gehört haben, denn er versuchte, sich aufzurichten, der riesige Krähenflügel drosch in die Luft, der Mund war zum Schrei geformt und ein hohles Krächzen brach zusammen mit Schleim hervor. “Er stirbt”, flüsterte Shant’ai neben ihm und zog an seiner Hand. Sie führte ihn zu Hent’ör, der zuckte und sich aufbäumte. “Ich habe ihn hergebracht. Er will es tun!” sprach sie laut in das halbzerfetzte Ohr des Todgeweihten. Sie legte Capers Hand in die zur Klaue verkrallten Hent’örs. Eisenhart packte sie zu, und Caper wurde nach unten gezogen, sein Gesicht befand sich keine Handbreit vor der zerstörten Fratze. Wo die Nase sein sollte, war ein Krater, und Caper sah den weißlichen Knochen der Hirnschale dahinter. Ein halber Krähenschnabel war schief in den Knochen eingewachsen. “Du mußt ihn küssen!” riefen Shant’ai und Suclabuntus zugleich. Das halbblinde Auge, milchig angelaufen, fixierte plötzlich Caper.
Soetwas wie Erkennen war in der geschlitzten Pupille. “Du!” krächzte Hent’ör. “Du also!”
Die Kralle ließ Capers Hand los, griff nach oben, packte ihn an der Tonsur. Caper fühlte die kalten, klammen Finger wie Eisenklammern um seinen Hinterkopf. Die Nägel waren Vogelklauen. Und sie drückten Capers Mund auf das zerstörtzerfetzte Loch in Hent’örs Schädel.
Etwas geschah.
Es war ein Sturm, der zugleich um Caper herum den Wipfel des Baumes ergriff und Blätter wirbeln ließ, wie auch durch ihn hindurch fegte, durch sein Innerstes brannte wie eine Feuerwalze, ein Starkstrom, der seine Nervenbahnen entlangraste und nur Schmerz und Asche hinterließ. Eine warmsalzige Flutwelle aus geronnenem Ekel flutete in ihn hinein, er würgte, aber sie ließ sich nicht aufhalten.”

© Norman Liebold Abdruck mit Genehmigung des Autors




[Norman Liebold, 14.06.2003
Presseartikel
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Literatur: Vampyriade

Von Norman Liebold geschrieben am: 25.05.2003 unter Presseartikel

Online-Magazin “Santuarium”, 25.05.2003

Literatur: Vampyriade

von Britta Radkowsky

Irgendetwas wird er schon richtig gemacht haben, dieser Norman Liebold, mit seiner Geschichte. Denn “Vampyriade” ist in diesem Monat zum sechsten [sic!]1 Mal aufgelegt worden. Womit der Autor vermutlich genau den Zeitgeist trifft, damit hat sich das Sanktuarium näher beschäftigt.

Es beginnt misteriös. Ein gewisser Herr Nachtigall [sic!]2 erhält eine Einladung: “Euer Ruf ist Euch vorausgeeilt, und wir, der wir unseren Namen nicht nennen wollen, freuen uns, Euch einladen zu dürfen nach H*, wo wir eine Abendgesellschaft erlesenster Art abzuhalten die Ehre haben.”
Als Absender stellt sich eine Gemeinschaft von Rollenspielern heraus, die nicht ahnt, dass in dieser Nacht ungeheure Dinge geschehen werden. Denn: zum Schrecken aller hat sich eine echte Vampyrin eingeschlichen, die am Ende ein wahres Schlachthaus hinterlässt. Und: einen unsterblich verliebten Nachtigall [sic!].
Dieser quält sich fortan mit dem unbändigen körperlichen Verlangen nach der blutjungen3 Ludovika, der sich steigernden Lust nach Blut, und dem geistigen Verfall. Nachtigall ist ein Sklave seiner Sinne und “Vampyriade” eine Vampirwerdungsnovelle, erzählt aus der Sicht eines sexuell hörigen Mannes. Völlig untypisch für das Genre, das in jüngster Zeit vornehmlich von Frauen dominiert wird.
In den Szenen, in der sich die Vampyrin an ihren Opfern vergreift, erinnert dann auch Liebolds fleischbetonte Erotik an Poppy Z. Brite und “Verlorene Seelen”, ein Buch, das vor allem in der Gothik-Szene gerne gelesen wird. Dort findet sich auch Liebolds Publikum und deshalb wird er mit seinem Theater “Amator Veritas” im Rahmen des kommenden Wave-Gotik-Treffens in Leipzig auftreten und nach den Aufführungen auch “Vampyriade” zum Kauf anbieten.

  1. Der Roman ist erst zum 4. Mal aufgelegt worden.
  2. “Nachtigall” ist nur der Name des Charakters im Live-Rollen-Spiel. Der Knabe heißt Von Wolffengang.
  3. Ein paar hundert Jahre, immerhin.



[Norman Liebold, 25.05.2003
Presseartikel
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Vergessene Tradition

Von Norman Liebold geschrieben am: 16.05.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Anzeiger, 16.05.2003

Vergessene Tradition

Das Märchenerzählen ist eine sehr in Vergessenheit geratene Tradition. Der Siegburger Schriftsteller Norman Liebold möchte dies wieder ändern. Er liest am Freitag, 23. Mai, im Kult41 /Hochstadenring 41) ab 20 Uhr aus seinem Märchenroman “Krähe und Nachtigall”. Darsteller des “Amator Veritas Theater” tragen diese Geschichten mit verschiedenen Stimmen vor. BILD: K41



[Norman Liebold, 16.05.2003
Presseartikel
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Die da unten, die da oben

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.04.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Anzeiger, April 2003

Die da unten, die da oben

Rededuell mit der Stadt entscheidet der Wald für sich
“Die Prophezeiung” entpuppte sich als Mysterienstück.

von Alexandra Klaus

waldszene

Siegburg – Unsicher, abwartend, möglichst weit weg von der Bühne, hat sich die übersichtliche Publikumsschar um die Bistrotische im Kulturcafé plaziert. Es ist düster, nur vereinzelt flackern Kerzen, und vom Nachbartisch ist Gemurmel zu vernehmen: “…mehr so ein bisschen wie eine schwarze Messe, macht aber Spaß.” Auf den Tischen liegen Manuscripte, fünf Seiten, eng bedruckt. Ein Räuspern, ein barfüßiger Mann in geschnürter Lederhose und absichtsvoll zerfleddertem Hemd erhebt sich und blickt in die Runde: “Nur zur Info: Die, die da unten sitzen, sind die Stadt. Oben auf der Bühne ist der Wald.” Kollektives Stühlerücken, Flucht aufs Podium. Wer will schon Stadt sein?
Weder als Theater, noch als Lesung, sondern als “Live-Hörspiel” möchte Autor und Regisseur Norman Liebold die Aufführung seines Stücks “Prophezeiung” verstanden wissen, die das Amator Veritas Theater am Freitagabend aufführte. Aufgeteilt in die Chöre “Stadt” und “Wald” war das Publikum angehalten, die Textpassagen vom Manuscript vorzutragen – eine nette Idee, die dazu verführen sollte, sich einmal nicht nur berieseln zu lassen .
In seiem Fünf-Akter formuliert der 26-jährige Siegburger Schriftsteller eine Kritik an der Urbanität, wie sie einseitiger nicht ausfallen könnte. Die Stadt wird als Moloch charakterisiert, die Bewohner als herz- und hirnlose Kreaturen, die keine Zeit zum Denken haben. Das gut zweistündige Stück lässt sich auf den Gegensatz zwischen Stadt(Böse) und Wald/Gut) reduzieren. Zum Plot: Vor tausend Jahren wurde der Pakt zwischen Fabelwesen und Menschen durch letzteren aus Gier verraten. Die Fabelwesen ziehen nach TirNan-Og, der Alte Wald kann nicht folgen und bleibt ebenso zurück wie ein Werwolf(Liebold), ein Waldschrat(Martin Herweg) und eine Elfe(Vera Walterscheid). Als der Wald für einen Flughafen Platz machen soll, beginnt der verzweifelte Kampf. Den gewinnt der Chor des Waldes: Die Städter waren wohl mit ihrer Rolle unglücklich und verstummten.

Bildunterschrift: Den Werwolf mimte Autor und Regisseur Norman Liebold in seinem Stück “Die Prophezeiung”. Unterstützt wurde er vom Publikumschor des Waldes. BILD: A.KLAUS




[Norman Liebold, 14.04.2003
Presseartikel
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Heulende Wölfe und der Mond

Von Norman Liebold geschrieben am: 16.02.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Anzeiger, 16.02.2003

Heulende Wölfe und der Mond

Lesung von Norman Liebold und Vera Walterscheid zum Valentinstag

von Dörte Staud

vera walterscheid (links) und norman liebold (rechts)
SIEGBURG. Beziehungskisten, durchaus ungewöhnliche Paarungen zwischen der anfälligen Leber und einem Prinzesschen oder zwischen Kätzchen und Flaneuer, das waren die Themen von Norman Liebold, passend zum nahen Valentinstag. Der gebürtige Leipziger und Wahl-Siegburger las in der Buchhandlung “Seidel & Millinger”, gemeinsam mit Vera Walterscheid, die für Illustrationen in den teils handgefertigten Büchlein des Autors und für eine samtige Frauenstimme in den szenischen Passagen zuständig ist.
Auch von allerlei Wölfen war an diesem Abend die Rede, von mondheulenden Wölfen (Liebold) und wolfheulenden Monden (Vera Walterscheid).Walterscheid und Liebold sind die Kerntruppe des “Amator Veritas Theaters”, das bundesweit Gastspiele mit den Stücken und Texten Liebolds gibt, dem Märchen “Märenborn” oder dem Schauerroman “Vampyriade”, nur als Beispiel.
Im “Minnesänger-Komplex – Geschichten von der Liebe” bedient sich der 26-jährige Germanist einer höchst romantischen Sprache, viele seiner Wörter und Phrasen könnten einem Novalis- oder Eichendorff-Text entliehen sein. “Das ist alles sehr ironisch gemeint”, betont er immer wieder, “mit einem Augenzwinkern geschrieben”. Das aber macht es dem Leser schwer: Wenn sich der Autor selbst nicht ernst nimmt mit dieser Sprache, wer soll es dann tun?
Kleiner Fanclub in der Buchhandlung
Trotzdem, die kleinen Geschichten flüssig vorgetragen, unterhielten sie die Zuhörer – ein kleiner Fanclub hatte sich da in der Buchhandlung eingefunden – ohne Langeweile. Und Spaß machte ihnen offensichtlich der letzte Teil der szenschen Lesung, in dem das Publikum gleich eine eigene Rolle erhielt. Die Zuhörer spielten das “Stroh” im Dialog mit einer Strohblume (Walterscheid) und dem Wanderer (Liebold). “Und wahrlich: Recht gut fühlt man sich so als Stroh unter Stroh, nach Leben duftend, vom Sommer raunend…”. Wenn da nur nicht eine Stimme in der Rolle des “ersten Halmes” erinert hätte, an den “Wiederkäuermagen”.

Am 11. April, 20 Uhr, gastiert das Amator Veritas Theater mit “Prophezeiung” im CVJM.

Bildunterschrift: Mond und Wolf: Vera Walterscheid und Norman Liebold lesen aus dem “Minnesänger Komplex”. (Foto: Mischka)




[Norman Liebold, 16.02.2003
Presseartikel
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