Generalanzeiger, 27.05.2008 (Online-Version des Artikels)
Von Kira Heppner
SIEGBURG. Quirin Hundtemann ist frisch gebackener Studienabsolvent, arbeitslos und kann seine Miete nicht mehr bezahlen. So beschließt der Literaturwissenschaftler und glühende Verehrer von Sherlock Holmes, sich als Privatdetektiv zu versuchen. Sein erster Fall ist der Tod des Schriftstellers Richard Beckmann, der in seinem Wohnwagen auf einem Campingplatz im Siebengebirge verbrannt ist. Schon bald entdeckt Quirin Ungereimtheiten, die auf einen Mord an Beckmann hinweisen.
Kurz umrissen ist das der Inhalt des im Januar erschienenen Siebengebirgskrimis “Dichterbrand”. Autor Norman Liebold las am Samstag im CVJM-Kulturcafe an der Ringstraße in gemütlicher Runde aus seinem Krimi. Ein Thema des Buches, so Liebold, sei die “Findung einer Nische, um im heutigen System zu überleben”. Denn Quirin Hundtemann, allein schon seines Namens wegen oft belächelt, ist das Sinnbild eines “Antihelden”. So bestellt er beispielsweise in einer Kneipe statt Bier einen Kakao mit Sahne, um sich über die schiefgelaufenen Ermittlungen hinwegzutrösten.
Liebold selbst ist es wichtig, genau zu wissen, worüber er schreibt und sich “sowohl mit den Themen als auch mit den Orten auszukennen”. So beschreibt er in seinem Buch detailliert die Personen und Landschaften des Siebengebirges. Der Autor beginnt immer erst damit, seine Geschichten aufzuschreiben, wenn “sie im Kopf fertig sind”, für die Recherche hat er gut drei bis vier Jahre gebraucht. 2007 begann er mit der Reinschrift von “Dichterbrand”.
Amüsant ist, dass Liebold seinen Roman ebenfalls in einem Wohnwagen auf einem Campingplatz in Eudenbach geschrieben hat. Auf eher scherzhaftes Drängen des Campingplatzbesitzers hin, seinen Platz berühmt zu machen, begann Liebold mit dem Krimi. Ursprünglich als eher kurze Novelle angedacht, entwickelte sich die Geschichte “wie ein Quecksilbertröpfchen” immer weiter bis hin zum 188 Seiten starken Buch, berichtet Liebold.
Der Autor wurde 1976 in Bad Düben (Sachsen) geboren und machte sein Abitur an der Siegburger Alleestraße. Bereits in der Schule begann er mit dem Schreiben, sein Erstlingswerk “Narratiunculae Obscurae” erschien 1995. Liebold ist studierter Altgermanist und publizierte bereits zahlreiche Geschichten, Theaterstücke, Märchen und Romane. Mit “Gläserner Sarg” ist Anfang April bereits sein zweiter Siebengebirgskrimi erschienen, ein neues Werk ist schon in Arbeit.
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[Norman Liebold,
27.05.2008 |
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Liesa sagt am
31. Mai 2008
Der Artikel hat mich neugierig gemacht, ich werde mir den “Dichterband” besorgen!!! |
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