Generalanzeiger Bonn vom 17.09.2007, Seite 8
von Barbara Pikullik
KÖNIGSWINTER. „100 Ideen purzeln durch den Kopf”, schreibt die Künstlerin Hannelore Buhr zur Entstehungsgeschichte ihres Bildes „Stadt Königswinter“. Zahlreiche Ideen und ihre Verwirklichungen sind nun zu sehen in einer Ausstellung der Künstlergruppe Karimow im Adam-Stegerwald-Haus.
Gut besucht war die Vernissage. Immerhin gehören der Künstlergruppe 20 Künstler an – umso umfangreicher das Spektrum, das sich dem Betrachter in der Ausstellung bietet. Vom Akt, Stillleben und Porträt bis zum Landschaftsbild, Groß- und Kleinformat, von der Acrylmalerei bis zur Zeichnung. Die Künstlergruppe hat sich im Jahr 2005 um den russischen Maler und Dozenten an der in Hennef ansässigen privaten Rhein-Sieg-Akademie für Realistische Bildende Kunst und Design gebildet.
Der Leiter der Karl-Arnold-Stiftung, Jürgen Clausius, sagte zur Eröffnung: „Viele der hier Anwesenden werden sich fragen: Was haben Kunst und politische Bildung miteinander zu tun? Meine Antwort heißt: Beide wollen Inhalte vermitteln und die immer komplexer werdende Welt mit ihren jeweiligen Mitteln für die Menschen begreifbarer machen.” Diese Mittel sind vielfällig, und so vielfältig die Ausstellung, so abwechslungsreich wurde auch die Vernissage gestaltet. Dem Grußwort des Stiftungsleiters schloss sich zunächst eine Einführung durch den Kunsthistoriker Hermann F. Schweitzer an. In Deutschland, so Schweitzer polemisch, lerne man fast gar nichts. Der „gebürtige Tatar“ Karimow habe dagegen ein „Wurzelstudium in Russland betrieben (um genauer zu sein: am Moskauer Staatlichen Akademischen Kunstinstitut Surikov). Alte Werte, Handwerk, Rückbesinnung auf die Wurzel – dies leuchtet auch in den Arbeiten der Studenten von Karimow durch. Nichts ist spontan dahingemalt, jeder Strich scheint durchdacht und wird auf verschiedene, mal eher dilettantische oder mal sehr professionelle Weise umgesetzt. Obgleich eine Ausbildung bei Junus Karimow unermüdlichen Fleiß erfordert, zeigt sich bei jedem Einzelnen eine individuelle Ausprägung: jeder setzt sein Handwerk auf seine ihm eigene Art um. „WortAnklang“, eine Lesung mit dem Autor Norman Liebold und dem Gitarristen Bernd Vollbach, baute die Brücke zu den anderen Künsten. Die Digitalisierung der kleinen Kunst stand hier im Zentrum, ein modernes Künstlermärchen, wie im Stummfilm vom Slide-Gitarristen musikalisch untermalt. [meine Hervorhebung N.L.] Im Anschluss gab es eine Vorstellung der Künstlergruppe durch Otmar Weinreich sowie eine Führung mit den Künstlern durch die Ausstellung. Die Ausstellung ist bis zum 2. Oktober täglich, außer sonntags, von 10 bis 18 Uhr im Adam-Stegerwald-Haus, Hauptstraße 487, zu sehen.
Die Künstler.
Die ausstellenden Künstler sind: Hannelore Buhr, Hildegard Clausius, Sven Dekubanowski, Matthias Derenbach, Magdalene Dietrich, Ralph Graf, Gabriele Kottmann, Katharina Kreutz. Funs Kurstjens, Alexander Lebedev, Hedwig Lowasz, Mark Ostrowskii, Karl Piepenburg, Antje Ploeger, Ursula Schmidt, Ellen Sieber, Hannah Sieber, Otmar Weinreich. H. Woiwotka- Stommel, Sophie Wolf.
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[Norman Liebold,
17.09.2009 |
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