Kölnische Rundschau vom 31.12.2009 (Archiv)
[von] NINA WINDISCH
MÜLHEIM. Unter dem Motto “Geistreich” macht die Jugend in Mülheim Kirche: In der Lutherkirche organisieren die Jugendlichen den Gottesdienst teilweise selbst, und die Internetpräsenz wird von einem 15-jährigen gestaltet. Nun, im Rahmen der Feiern zum 400-jährigen Bestehen der Gemeinde, soll unter dem Motto “Geistreich” auch kulturell noch mehr stattfinden – und zwar mit einer Lesereihe.
Als der 33-jährige Autor Norman Liebold zum ersten Mal die Räumlichkeiten in der “Notkirche” sah, war ihm klar: “Hier muss ich lesen! Der Raum ist einfach schön und die Akustik Wahnsinn.” Die Koordinatorin der Lesereihe, Ann-Christin Zaske, setzte sich dann mit Gabi Wittmaack, Leiterin der Jugendkoordination, in Verbindung. Und sogleich war das Konzept entwickelt. “Das war eine Sache von vier Wochen. Super, wie unkompliziert das hier abläuft”, sagte Liebold. Die Lesereihe, bei der der Autor drei seiner Romane vorstellt, richtet sich an jeden, besonders aber an Jugendliche: “Sie sollen merken, dass es auch Literatur gibt, die sich mit ihren persönlichen Themen beschäftigt.”
Workshops mit Schulen sind geplant, um eine spielerische Herangehensweise an Literatur zu ermöglichen. Aber die Reihe soll auch ein attraktives kulturelles Angebot für die Menschen im Veedel darstellen. “Es gibt auch hier Menschen, die für eine nette Unterhaltung nicht über den Rhein fahren wollen”, sagte Zaske. Als abendfüllende Veranstaltung sieht auch Liebold seine Lesung. Es sei eine klassische Autorenlesung, keine Verkaufsveranstaltung.
Geschichte am eigenen Leib erfahren
Den Auftakt machte er mit seinem Roman “Gläserner Sarg”, mit dem er Kritik übt am Überwachungsstaat. Protagonist ist der 60-jährige Bauer Hans Rohwedder, der sich in einem Steinbruch des Siebengebirges den Staub abwaschen möchte, dabei fotografiert und dann angezeigt wird wegen Nacktbadens. Eine Geschichte, die Norman Liebold buchstäblich am eigenen Leibe erfahren hat. Doch er setzte sich zur Wehr gegen die Geldstrafe von 45 Euro, wie auch seine Romanfigur Rohwedder. Bei der nimmt das jedoch größere Dimensionen an.
Am 28. März Iiest Norman Liebold dann aus “Der Kulturgeist”, und am 15. Oktober aus “Navigator”, einem Roman, der im Jahr 2045 spielt und in Much im Rhein-Sieg-Kreis bereits als Schullektüre gelesen wurde. Bei Liebolds erster Lesung setzten sich die Jugendlichen bereitwillig in die erste Reihe: “Ich denke, wir können hier eine Literaturbühne etablieren”, meinte der Autor.
[Bildunterschrift:] “Hier muss ich lesen!”: Norman Liebold war begeistert vom Ambiente in der Lutherkirche. (Foto: Windisch).
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[Norman Liebold,
31.12.2009 |
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Thomas sagt am
11. Februar 2010
Norman alter Freund. Also bis bald. |
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Norman Liebold sagt am
11. Februar 2010
Hallöchen Thomas & Ramona, Der Wohnschnecken-Schriftsteller von hinter den Sieben Bergen |
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