Neuer Salon schafft Mythenwelt | Norman Liebold - Buch, Bühne, Buchkunst | Sektion: Pressespiegel

Wetzlarer Neue Zeitung vom 10.02.2010, Seite 17

Neuer Salon schafft Mythenwelt

Galerie Artis Opus Bruninvels will Bildende Kunst und Literatur verbinden

Von Gerhard Gerbig

Braunfels. Der gelungene Auftakt ist gemacht: In Zusammenarbeit mit der Galerie Artis Opus Bruninvels und in deren Räumen haben der aus Tiefenbach stammende Maler und Grafiker Björn TheHoink Zutt sowie der Schriftsteller Norman Liebold (Königswinter) einen Literatur- und Kunstsalon etabliert.

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Rund 50 Besucher machten sich am Eröffnungstag ein Bild vom neuen Kulturprojekt in der Borngasse, mit dem die seit fünf Jahren in der Altstadt bestehenden Galerie eine “Liaison von Literaturvortrag und Kunst†fördern möchte möchte [sic!]. Vier Veranstaltungen sind pro Jahr geplant – vom Märchen über den Kriminalroman bis zum sozialkritischen Science-Fiction.

In der gegenwärtigen Ausstellung, die bis zum 21. Februar zu sehen ist und zur dunkel-nebeligen Jahreszeit passen soll, konfrontiert TheHoink Zutt mit Gespür für übernatürlich anmutende Motive, mit denen er für ihn wichtige Botschaften verknüpft. In den verwendeten Techniken (Textmarker mit Alkohol, Acryl und Airbrush) ist viel Blut zu sehen und das ist beileibe nicht nur Herzblut, obgleich solche Ingredenzien für den Maler unverzichtbar scheinen.

In seinen Kontrasten offenbar sich der Widerstreit von Gut und Böse. TheHoink will provozieren. “Meine Bilder mögen grausam sein, aber sie werden doch täglich von den Abendnachrichten im Fernsehen übertroffenâ€, sagt er und besetzt neben dem Plädoyer gegen Krieg und Gewalt auch gleich die sozialkritische Schiene. Seine Bilder seien ein Protest gegen “gesellschaftliche Gleichschaltung durch die Medienâ€, so der Künstler, der in einer Arbeit einem Individuum Parasiten aus dem Kopf reißen läßt – als Botschafter des Schmerzes im Ambiente trostloser Tristesse. Auf dem nächsten Bild wirkt eine verschreckt wirkende Rockerbraut mit aufgesetzter Souveränität hilflos ängstlich. Quasimodo, der Unglückliche von Notre Dame, und die Bilder mit den Augen, die alles Individuelle aufsaugen, gehören genauso zu der Ausstellung von insgesamt 23 Bildern. Big Brother läßt grüßen.

Eingebunden in die Eröffnung war am Sonntag eine mystische Lesung von Literaturwissenschaftler Liebold. Die Geschichte seines Märchenromans “Spaltenzungen†handelt von einer Rheinfahrt, die das Boot bis zu einer geheimnisvollen militärischen Sperre treibt, an der die Handelnden nach Anderwelt gehen und, von Parsifal geleitet, in die Halle von König Artus Tafelrunde gelangen. Spektakulär und düster löste sich die Geschichte in Braunfels im Staub der Jahrhunderte auf und aus der geheimnisvollen Insel im Klebermeer (keltisches Sagengewässer vor Irland) wird wieder Nonnenwerth am Fuße des Drachenfelses. Liebold gelang es großartig, Legenden mit modernen Bildern lebendig zu verschmelzen und seine Figuren mit Pathos und beachtlicher Rethorik lebendig werden zu lassen.

TheHoink provoziert, Liebolds Werk ist spektakulär wie düster.

TheHoinks Ausstellung ist bei freiem Eintritt montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr zu besichtigen

Als nächste Termine stehen der 8. Mai mit dem Thema “Navigator†(Science Fiction, Fotos von Meike Göber und Illustrationen von Zutt), der 28. Juni unter dem Titel “Künstlerstorys†[sic! Künstlerstories] (Amüsantes aus dem Künstlermileu) und der 27. November mit dem Schwerpunkt “Krimifrass†(Kriminalroman”) fest. Der Eintritt kostet acht, ermäßigt fünf, im Vorverkauf sieben Euro. Kontakt: (0 64 42) 95 98 03, www.artis-opus-bruninvels.de, www.the-hoink.de, www.norman-liebold.com.

[Bildunterschrift: Künstler Björn TheHoink Zutt und Autor Norman Liebold trugen zur ersten Veranstaltung des neuen Braunfelser Kunst- und Literatursalons bei. (Foto: Gerbig)]


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