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PRESSESPIEGEL NORMAN LIEBOLD

ÜBERSICHT | CHRONLOGISCH

Die da unten, die da oben

Von Norman Liebold geschrieben am: 14.04.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Anzeiger, April 2003

Die da unten, die da oben

Rededuell mit der Stadt entscheidet der Wald für sich
“Die Prophezeiung” entpuppte sich als Mysterienstück.

von Alexandra Klaus

waldszene

Siegburg – Unsicher, abwartend, möglichst weit weg von der Bühne, hat sich die übersichtliche Publikumsschar um die Bistrotische im Kulturcafé plaziert. Es ist düster, nur vereinzelt flackern Kerzen, und vom Nachbartisch ist Gemurmel zu vernehmen: “…mehr so ein bisschen wie eine schwarze Messe, macht aber Spaß.” Auf den Tischen liegen Manuscripte, fünf Seiten, eng bedruckt. Ein Räuspern, ein barfüßiger Mann in geschnürter Lederhose und absichtsvoll zerfleddertem Hemd erhebt sich und blickt in die Runde: “Nur zur Info: Die, die da unten sitzen, sind die Stadt. Oben auf der Bühne ist der Wald.” Kollektives Stühlerücken, Flucht aufs Podium. Wer will schon Stadt sein?
Weder als Theater, noch als Lesung, sondern als “Live-Hörspiel” möchte Autor und Regisseur Norman Liebold die Aufführung seines Stücks “Prophezeiung” verstanden wissen, die das Amator Veritas Theater am Freitagabend aufführte. Aufgeteilt in die Chöre “Stadt” und “Wald” war das Publikum angehalten, die Textpassagen vom Manuscript vorzutragen – eine nette Idee, die dazu verführen sollte, sich einmal nicht nur berieseln zu lassen .
In seiem Fünf-Akter formuliert der 26-jährige Siegburger Schriftsteller eine Kritik an der Urbanität, wie sie einseitiger nicht ausfallen könnte. Die Stadt wird als Moloch charakterisiert, die Bewohner als herz- und hirnlose Kreaturen, die keine Zeit zum Denken haben. Das gut zweistündige Stück lässt sich auf den Gegensatz zwischen Stadt(Böse) und Wald/Gut) reduzieren. Zum Plot: Vor tausend Jahren wurde der Pakt zwischen Fabelwesen und Menschen durch letzteren aus Gier verraten. Die Fabelwesen ziehen nach TirNan-Og, der Alte Wald kann nicht folgen und bleibt ebenso zurück wie ein Werwolf(Liebold), ein Waldschrat(Martin Herweg) und eine Elfe(Vera Walterscheid). Als der Wald für einen Flughafen Platz machen soll, beginnt der verzweifelte Kampf. Den gewinnt der Chor des Waldes: Die Städter waren wohl mit ihrer Rolle unglücklich und verstummten.

Bildunterschrift: Den Werwolf mimte Autor und Regisseur Norman Liebold in seinem Stück “Die Prophezeiung”. Unterstützt wurde er vom Publikumschor des Waldes. BILD: A.KLAUS




[Norman Liebold, 14.04.2003
Presseartikel
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Heulende Wölfe und der Mond

Von Norman Liebold geschrieben am: 16.02.2003 unter Presseartikel

Rhein-Sieg-Anzeiger, 16.02.2003

Heulende Wölfe und der Mond

Lesung von Norman Liebold und Vera Walterscheid zum Valentinstag

von Dörte Staud

vera walterscheid (links) und norman liebold (rechts)
SIEGBURG. Beziehungskisten, durchaus ungewöhnliche Paarungen zwischen der anfälligen Leber und einem Prinzesschen oder zwischen Kätzchen und Flaneuer, das waren die Themen von Norman Liebold, passend zum nahen Valentinstag. Der gebürtige Leipziger und Wahl-Siegburger las in der Buchhandlung “Seidel & Millinger”, gemeinsam mit Vera Walterscheid, die für Illustrationen in den teils handgefertigten Büchlein des Autors und für eine samtige Frauenstimme in den szenischen Passagen zuständig ist.
Auch von allerlei Wölfen war an diesem Abend die Rede, von mondheulenden Wölfen (Liebold) und wolfheulenden Monden (Vera Walterscheid).Walterscheid und Liebold sind die Kerntruppe des “Amator Veritas Theaters”, das bundesweit Gastspiele mit den Stücken und Texten Liebolds gibt, dem Märchen “Märenborn” oder dem Schauerroman “Vampyriade”, nur als Beispiel.
Im “Minnesänger-Komplex – Geschichten von der Liebe” bedient sich der 26-jährige Germanist einer höchst romantischen Sprache, viele seiner Wörter und Phrasen könnten einem Novalis- oder Eichendorff-Text entliehen sein. “Das ist alles sehr ironisch gemeint”, betont er immer wieder, “mit einem Augenzwinkern geschrieben”. Das aber macht es dem Leser schwer: Wenn sich der Autor selbst nicht ernst nimmt mit dieser Sprache, wer soll es dann tun?
Kleiner Fanclub in der Buchhandlung
Trotzdem, die kleinen Geschichten flüssig vorgetragen, unterhielten sie die Zuhörer – ein kleiner Fanclub hatte sich da in der Buchhandlung eingefunden – ohne Langeweile. Und Spaß machte ihnen offensichtlich der letzte Teil der szenschen Lesung, in dem das Publikum gleich eine eigene Rolle erhielt. Die Zuhörer spielten das “Stroh” im Dialog mit einer Strohblume (Walterscheid) und dem Wanderer (Liebold). “Und wahrlich: Recht gut fühlt man sich so als Stroh unter Stroh, nach Leben duftend, vom Sommer raunend…”. Wenn da nur nicht eine Stimme in der Rolle des “ersten Halmes” erinert hätte, an den “Wiederkäuermagen”.

Am 11. April, 20 Uhr, gastiert das Amator Veritas Theater mit “Prophezeiung” im CVJM.

Bildunterschrift: Mond und Wolf: Vera Walterscheid und Norman Liebold lesen aus dem “Minnesänger Komplex”. (Foto: Mischka)




[Norman Liebold, 16.02.2003
Presseartikel
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